Zwischen 2000 und 2001 beschäftigte ich mich in meiner Forschungstätigkeit mit Sozialer Kompetenz, vor allem mit der Begriffsbestimmung (was ist soziale Kompetenz?) und mit Möglickeiten der Messung.
Eine Veröffentlichung zu diesem Forschungsgebiet liegt vor: Das Interdisziplinäre Zentrum für Soziale Kompetenz der Universität Linz - Konzept und erste Erfahrungen (in English: The Interdisciplinary Centre for Social Competencies at the University of Linz - Concept and First Experiences), gemeinsam mit: H. Altrichter, E. Brunner-Kranzmayr, J., Holley, G. Kette, W. Ötsch et al., in: Zeitschrift für Hochschuldidaktik, 24 (2-3/2000), 101-109.
Folgende Überlegungen stammen aus dem Jahr 2001.
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...nonverbale und
verbale Ausdrucks- und Kommunikationsfähigkeit, Einfühlungsvermögen, Zuhören können, Selbstsicherheit, Kontaktfreudigkeit, Beziehungsfähigkeit, optimistische Lebenseinstellung, Interesse am anderen... ...Nein-sagen-können, Komplimente machen und annehmen können, Kritik äußern und mit ihr umgehen können, Gespräche beginnen, aufrechterhalten und beenden können... |
Durch eine Reihe von gesellschaftlichen und technologischen Veränderungen gewinnt soziale Kompetenz sowohl in der Arbeitswelt, als auch im privaten Bereich zunehmend an Bedeutung. Soziale Kompetenz rückt in vielen Berufen neben Fachkompetenz in den Mittelpunkt der Arbeitsanforderungen.
Der Begriff soziale Kompetenz umfasst einen weiten Bereich menschlichen Verhaltens, über den es wenig gesichertes Wissen gibt. Diese unzureichende Forschungslage drückt sich unter anderem in der Komplexität und Unschärfe des Schlüsselbegriffs „soziale Kompetenz“ aus.
Die psychologische Literatur zu sozialer Kompetenz spiegelt die Entwicklung und das Bestehen verschiedener Schulen der Psychologie und Menschenbilder wider.
Ich arbeite mit einer Definition sozialer Kompetenz, die aus dem Kompetenz-Ansatz entstanden ist und sowohl das Individuum, als auch die Umwelt und deren Wechselwirkungen betrachtet: Ein Individuum handelt dann sozial kompetent, wenn es eine soziale Situation effektiv meistert, d.h. wenn die Person adäquat auf Situationen reagieren kann (vgl. Wine & Smye, Social Competence, 1981).
| Im folgenden sind Auszüge aus dem Abschlussbericht des Projektes "Soziale Kompetenzen im Beruf: Eine Analyse der Arbeitnehmerperspektive" [1] wiedergegeben, den ich im Jahr 2002 verfasst habe. |
| [1] Das Projekt wurde aus Fördermitteln der Arbeiterkammer Oberösterreich finanziert. |
Im diesem Projekt beschäftigten wir uns mit kritischen sozialen Situationen im Beruf und mit Vorstellungen von Kundenberaterinnen und Kundenberatern über soziale Kompetenzen im Beruf. Als Anwendungsgebiet für das Projekt diente der Dienstleistungsbereich, im speziellen die Finanzdienstleistung.
Nachdem die wissenschaftliche Literatur zum Thema soziale Kompetenz ausgewertet und soziale Kompetenz als berufliche Anforderung, vor allem unter arbeitspsychologischen Gesichtspunkten, betrachtet wurde, führten wir eine empirische Untersuchung mit verschiedenen Interviewtechniken (zwei Teilprojekte) zu folgender Fragestellung durch:
Welche Situationen im Kundenkontakt fordern besonders die soziale Kompetenz der Kundenberaterinnen und Kundenberater heraus, und welche sozialen Kompetenzen benötigen Kundenberaterinnen und Kundenberater, um diese Situationen adäquat und effektiv zu bewältigen?
Hauptergebnisse der empirischen Studie sind, dass sich die sozialen Kompetenzen in konkreten Beratungssituationen in drei Gruppen einteilen lassen:
Kundenberaterinnen und Kundenberater schätzten ein, dass sie eine kritische Situation durch Fähigkeiten in einem der drei Bereiche gut bewältigen konnten bzw. durch Defizite in diesen Bereichen eine kritische Situation wirklich zu Misserfolg führte.
Es zeigte sich, dass bestimmte Grundfaktoren der Persönlichkeit bedeutsam für die Vorstellungen von sozialer Kompetenz im Beruf für die Kundenberaterinnen und Kundenberater sind. Konstrukte (d.h. Begriffe, die Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Kundenberatern beschreiben), die sich den Charaktereigenschaften Extraversion, emotionale Stabilität, Ich-Stärke und Gewissenhaftigkeit zuordnen lassen, machten den größten Teil der Nennungen sozialer Kompetenzen aus. Darüber hinaus gab es eine große Anzahl an Konstrukten, die sich auf Einstellungen gegenüber Mitmenschen und Wertvorstellungen beziehen wie die Wertschätzung von Mitmenschen, Ehrlichkeit oder Identifikation mit der Arbeit.
Die Bewertung eines semantischen Differentials ergab, dass eine sozial kompetente Kundenbetreuerin bzw. ein sozial kompetenter Kundenbetreuer:
Die Erlernbarkeit sozialer Kompetenzen und die Umsetzung in Schulungen, Trainings, Curricula und Personalauswahl wurde im Abschlussbericht betrachtet. Die Ergebnisse wurden im Hinblick auf eine grundlagentheoretische Fundierung des Begriffs der sozialen Kompetenz diskutiert mit dem Ergebnis, dass soziale Kompetenz als wissenschaftliches Konstrukt sehr schwierig zu fassen ist. Es konnten einige Alternativen aufgezeigt, wie man das Konstrukt mit mehreren wissenschaftlich bereits abgesicherten Konstrukten zumindest teilweise ersetzen kann.
Hemmecke, J. (2003). Wissenschaftliche Grundlagen sozialer Kompetenz: Soziale Kompetenz als "kritische" berufliche Anforderung. Gastvortrag auf der Tagung des Sozialkompetenzzentrums des Päd. Institutes des Bundes, 1. April 2003, Puchberg/Wels (Österreich). Ausführliche Zusammenfassung erschienen im Tagungsband, Sozialkompetenzzentrum am Pädagogischen Institut des Bundes, 4020 Linz, Kaplanhofstraße 40, Östereich, http://www.sozialkompetenzzentrum.at. ( Ausführliche Zusammenfassung als pdf)
Altrichter, H.; Brunner-Kranzmayr, E.; Dietz [Hemmecke], J.; Holley, H.; Kette, G.; Ötsch, W.; Pfeil, G.; Reber, G.; Stöbich,T. (2000). Das Interdisziplinäre Zentrum für Soziale Kompetenz der Universität Linz - Konzept und erste Erfahrungen. Zeitschrift für Hochschuldidaktik 24 (2-3/2000), 101-109.
Dietz [Hemmecke], J. (2000). Dimensionen sozialer Kompetenz. Vortrag, Workshop "Begriffsbestimmung Soziale Kompetenz", 19. Juni 2000, Universität Linz, Österreich.
Dietz [Hemmecke], J. (2000). Soziale Kompetenz aus Sicht von Führungskräften - eine Fragenbogenuntersuchung. Vortrag, Workshop "Begriffsbestimmung Soziale Kompetenz", 19. Juni 2000, Universität Linz, Österreich.
Dietz [Hemmecke], J. (2000). Messung sozialer Kompetenz. Poster, Tag der offenen Tür des Interdisziplinären Zentrums für Soziale Kompetenz, 25. Mai 2000, Universität Linz, Österreich.
Seyfried, B. (1993). "Stolperstein" Sozialkompetenz. Bielefeld: Bertelsmann.
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Molcho, S. (1996). Körpersprache. München: Goldmann Verlag. (populärwiss.)
Eine kommentierte Literaturliste (pdf) zum Thema Gesprächs- und Verhandlungsführung sowie Konfliktmanagement zum Download: Literaturliste Verhandlung
| www.hemmecke.de/jeannette | Stand: 1. Mai 2010 |